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Was Börsianer mit Reptilien gemeinsam haben

Reptilien
Der Börsenhai Gordon Gekko, der von Michael Douglas in dem Kultstreifen „Wall Street“ verkörpert wurde, sprach von einer guten Gier, einer richtigen Gier und der Tatsache, dass Gier sogar Klarheit schaffen würde. „Die Gier hat das Beste im Menschen hervorgebracht.“ Schlussendlich hat der fiktive Charakter damit gar nicht Unrecht, denn Gier ist wohl die mit Abstand stärkste Emotion, die den Anleger antreiben kann. Somit ist es auch keine Überraschung, dass der Verstand der Investoren aussetzt, wenn es um das Thema Geld geht.

Fakt ist: Die Psyche eines Börsianer bestimmt das Börsengeschehen definitiv mehr als die Unternehmenszahlen oder die Wirtschaftsdaten - ob man einen Gewinn einfährt oder einen Verlust verbuchen muss, hängt also nicht unbedingt mit dem Börsenwissen des Anlegers zusammen. Paul Farkas, ein österreichischer Kabarettist, hat es wohl richtig beschrieben: „Beim Denken an das Vermögen leidet sehr oft das Denkvermögen.“ 

Wenn die Angst plötzlich immer größer wird

Heute ist der Spruch mittlerweile durch experimentelle und verhaltenswissenschaftliche Finanzforschung belegt. „Viele Entscheidungen der Anleger werden durch Mechanismen gelenkt, die bis in die Reptilienzeit zurückreichen. So geht es um Flucht, Aggression, Verteidigung, Angriff, Fressen und natürlich auch um gefressen werden“, so Max Otte, Professor und Bestsellerautor aus Köln. „Es ist ja kein Geheimnis, dass bei Finanzentscheidungen das Stammhirn, also das sogenannte Reptilienhirn, aktiviert wird.“ Auch kein Geheimnis ist der Umstand, dass Emotionen auch zu einem unüberlegten Handeln führen. Schwanken die Kurse an den Börsen, so erleben die Gefühle der Anleger eine Achterbahnfahrt. So werden beispielsweise Aktien zu Tiefstkursen verkauft und hohe Verluste akzeptiert, weil die Angst vor noch höheren Verlusten größer ist. In weiterer Folge begibt sich der Anleger dann auf die Suche nach „sicheren Produkten“.

Dieser Prozess wird von Experten als Verlustaversion bezeichnet. „Die Angst, noch höhere Verluste einzufahren, wiegt in der Regel schwerer als die Hoffnung auf Wachstum“, so Andreas Feiden, der Fidelity Worldwide Investment-Geschäftsführer. „Der Anleger entscheidet sich plötzlich gegen die langfristige Anlagestrategie und opfert somit den soliden Anlageerfolg.“ Am Ende verpasst der Anleger dann Gewinne, die vorprogrammiert sind, wenn sich der Markt wieder beruhigt hat. Wer also ein Depot bei CMC Markets hat, sollte nicht sofort die Reißleine ziehen, sondern Ruhe bewahren.

Es braucht eine gute Mischung aus Analyse und Bauchgefühl

Aber nicht immer müssen emotionale Entscheidungen zu Kursverlusten führen. „Der Anleger kann auch Glück haben“, so Wirtschaftsprofessor Martin Weber aus Mannheim. „Wer sich rational verhält, der fährt an der Börse aber wesentlich besser.“ Das heißt, die solide ökonomische Theorie und die persönliche Risikoeinstellung sollten immer die Grundlage des Handels bilden. Hier stellt vor allem der rationale Handel viele Anleger vor eine kaum zu bewältigende Herausforderung. „Der Anleger schwankt in der Regel zwischen Furcht und Gier. Je näher er an einem der beiden Gemütszustände ist, umso größer ist natürlich die Gefahr, dass er eine Fehlentscheidung trifft“, so Conrad Mattern, der Conquest Investment Advisory-Vorstand. Zahlreiche Versuche haben gezeigt, dass Menschen, deren Umfeld angenehm ist, vorwiegend positive Entscheidungen treffen. Das heißt, hier werden Aktien gekauft. Befindet man sich im negativen Umfeld, so werden Aktien gar nicht gekauft oder mitunter sogar verkauft. Kann der Anleger nur erfolgreich sein, wenn Emotionen ausgeschaltet werden? Nein. Viele Experten sind der Ansicht, eine nüchterne Analyse und das Bauchgefühl gehören einfach zusammen. 
Geldanlage an der Börse
Bilder:
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